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24.09.2008
Weiße Ware wird Grün!
Zum ersten Mal präsentierten Hausgerätehersteller auf der IFA die neuesten Trends und Produkte aus dem Bereich der sogenannten weißen Ware. Ob Waschmaschine, Trockner, Kühlschrank oder Staubsauger – im Fokus stand dabei das Thema Energieeffizienz. Trotz steigender Preise hofft die Branche, Kunden zum Kauf strom- und wassersparender Produkte überzeugen zu können.
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Um den Verbauchern die Orientierung beim Kauf von Elektro-Hausgeräten zu erleichtern, gibt es seit 1998 in Europa das gesetzlich vorgeschriebene „Energieetikett“. Es handelt sich hierbei um ein herstellerneutrales, farbiges Grundetikett mit einem gerätespezifischen Datenstreifen. Je nach Verbrauch werden die Geräte in Energieeffizienzklassen von A (grün, für niedrigen Energieverbrauch) über C (gelb) und G (rot, für hohen Energieverbrauch) unterteilt. Diese Kennzeichnungspflicht gilt für Kühl- und Gefriergeräte, Waschvollautomaten, Wäschetrockner, Geschirsspüler, Backöfen und Klimageräte.
Zurzeit gibt es auf europäischer Ebene intensive Diskussionen um die Zukunft dieses Energielabels. „Sehr viele Geräte fallen inzwischen in die Effizienzklasse A, für den Verbraucher ist das Energielabel so keine Kaufhilfe mehr“, erklärt Werner Scholz, Chef der Hausgeräte-Verbände im ZVEI.

Energielabels sollen überarbeitet werden
„Nur bei Kühl- und Gefriergeräten gibt es mit A+ und A++ zwei zusätzliche Klassen, als Kennzeichnung höchster Energieeffizienz. Das wurde aber von den Verbrauchern immer wieder als unlogische und nicht zukunftsfähige Sonderlösung kritisiert“, so Scholz. Eine Kennzeichnung des Energieverbrauchs macht auch weiterhin Sinn. So kommt ein hocheffizientes Kühlgerät mit bis zu 40 Prozent weniger Energie als ein mittelmäßiges Gerät. Der Griff zum Energiesparer wird dabei mit bis zu 80 Euro eingesparten Stromkosten belohnt. Eine Revision des Energieetiketts steht deshalb auf der Agenda der EU-Kommission. Zwei Vorschläge liegen ihr vor: Einerseits soll die Klassifizierung von A bis G beibehalten werden, Produkte aber in eine schlechtere Kategorie verschoben werden, sobald eine Generation besserer Geräte in den Läden steht. Im zweiten Vorschlag sollen die Buchstaben durch Zahlen von 1 (niedrige Energieeffizienz) bis 7 (hohe Energieeffizienz) ersetzt werden. Sobald eine neue Generation von effizienteren Geräten auf den Markt kommt, könnte diese mit der Klassifizierung 8 hervorgehoben werden, ohne die bislang am Markt bekannten Geräte zu „disqualifizieren“. Wie sich die Europäische Union entscheiden wird, ist bislang noch offen. Scholz rechnet für den Herbst mit einer Empfehlung der EU-Kommission, die dann in eine europäische Richtlinie mündet. Diese muss wiederum in den einzelnen Mitgliedstaaten umgesetzt werden. Die praktische Anwendung des neuen Energielabels erwartet er demnach frühestens 2010. Indes: „Wir rechnen damit, dass ab 2010 auch ein Energieetikett für die Warengruppen TV-Geräte und Staubsauger kommen wird“, kündigt Scholz an.

Hausgeräte mit mehr Design und Funktionen
Die Lust am Kochen hat wieder in den Häusern Einzug gehalten. Einen Teil dazu beigetragen haben sicherlich die zahlreichen Fernsehköche, die Woche für Woche in unterschiedlichen Sendungen ihre Gerichte kredenzen und die Zuschauer zum Nachkochen anregen. Mit der Lust am Kochen sind gleichzeitig auch die Ansprüche an die Hausgeräte gestiegen. Neuer, moderner und vor gesünder in der Zubereitung sollen die Geräte sein. Auf der IFA lautete deshalb das Motto: „Komfort, intelligente Technologien und effizienter Umgang mit Energie und anderen Umwelt-Ressourcen“. Beispiele dieser Entwicklung sind unter anderem Multifunktionsbacköfen mit Automatikprogrammen und verschiedenen Betriebsarten, darunter Heißluft und Dampf, damit die Speisen innen besonders saftig und außen schön kross werden. Oder Geschirrspüler, der seinen Wasserverbrauch deutlich gesenkt hat und somit auch die Umwelt und den Geldbeutel schonen soll. Generell gilt: Neue Gerätearten wie Induktionsherde, Hochgeschwindigkeites-Backröhren oder Multifunktions-Waschmaschinen erobern den Haushalt.

Kunden bezahlen für Qualität mehr
Wie die Financial Times Deutschland berichtete, sehen sich Hausgerätehersteller allerdings großen Herausforderungen ausgesetzt. So steigen beispielsweise die Fertigungskosten für Kühlschränke und Waschmaschinen. Um da gegenzusteuern zu können, wollen die Unternehmen die Preise moderat anheben. Das erklärte Reinhard Zinkann, Miele-Chef und Vertreter der Hausgeräteindustrie im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektroindustrie (ZWEI). Trotz steigender Preise die Kundschaft nicht zu verkraulen – das ist die großer Herausforderung, der Branchengrößen wie Mile oder auch Bosch allerdings eher gelassen entgegen sehen. „Die Kunden sind bereit, für gute Qualität mehr zu bezahlen“, so Volker Klodwig, Geschäftsführer von Bosch Hausgeräte. Hausgeräte, die strom- und wassersparend arbeiten, sollen Kunden zum Kauf anregen. „Wir wollen, dass die Verbraucher ein energieeffizientes Gerät kaufen, auch wenn es teurer ist“, so Reinhard Zinkann.

Sparsamer Leisedreher von AEG-Electrolux – Lavamat Öko Plus
Als „sparsamsten Lavamat aller Zeiten“ preist AEG den neuen Waschautomat Lavamat Öko Plus an. Dieses Gerät verbraucht angeblich 20% weniger Energie, als für das Energie-Label A nötig ist. Lediglich 45 Liter Wasser sind für sieben Kilogramm Wäsche erforderlich. Eine vergleichbare, über zehn Jahre alte Waschmaschine dagegen benötigt rund 80 Liter Wasser für nur fünf Kilogramm Wäsche. Die Silence System Plus-Technologie soll zusätzlich für einen geräuscharmen Waschvorgang sorgen. Seit diesem Monat gibt es den Lavamat Öko Plus in drei unterschiedliche Ausführungen. Je nach Schleuderzahl kostet das Gerät ab 969 Euro (unverbindliche Preisempfehlung).
Die Küche hat sich in den vergangenen Jahren zum sozialen Angelpunkt vieler Wohnungen entwickelt und vereint Funktionalität mit moderner Wohnkultur.
„Unsere Kundenbefragungen haben ergeben, dass Verbraucher heute wesentlich mehr Geld in ihre Kücheinrichtung investieren als noch vor zehn Jahren“, so Stefan Löb, Leiter Produktmarketing Kühlen bei Electrolux. Die Electrolux Gruppe ist einer der führenden Hersteller von Hausgeräten, zu dessen Portfolio unter anderem Geräte von AEG-Electrolux gehören. Wo häufig Gäste bewirtet und Freunde empfangen werden, legen die Kunden besonderen Wert auf ausreichenden Stauraum für Lebensmittel, aber auch auf eine ansprechende Optik ihrer Kücheneinrichtung. „Die Nachfrage in Europa nach großen Kühl-Gefrier-Kombinationen, wie sie in den USA üblich sind, steigt. Der Kühlschrank ist längst nicht mehr nur Gebrauchsgegenstand, sondern ein Prestige-Objekt, mit welchem Kunden ihren individuellen Geschmack zum Ausdruck bringen“, so Löb. Mit dem Kühlschrank American Side-by-Side präsentierte AEG in Berlin eine Kombination aus Kühl- und Gefriergerät der Energieeffizienzklasse A+. Laut Hersteller beträgt die Energieersparnis des American Side-by-Side gegenüber A-Klasse-Geräten rund 25 Prozent. 

Staubsaugen im Energiesparmodus
Immer mehr Verbraucher legen auch bei Staubsaugern Wert darauf, dass diese möglichst wenig Energie verbrauchen. Die Reinigungsleistung soll dabei aber nicht auf der Strecke bleiben. Staubsaugen im Energiesparmodus verspricht das Unternehmen Miele beispielsweise mit dem EcoLine green. Der Staubsauger hat eine 1300 Watt Motorenleistung und gehört zur Modellreihe S5 und ist serienmäßig mit dem sogenannten Super Air Clean-Filter ausgestattet. Alternativ kann er aber auch mit dem ActiveAir Clean- oder dem Active Hepa-Filter nachgerüstet werden. Der aufgesaugte Staub sammelt sich im neuen HyClean-Staubbeutel und kann mit diesem über den Restmüll entsorgt werden.
Foto: IMG_1567.JPG: Der S5 EcoLinegreen wird von Miele als „Energiesparwunder“ gepriesen. Mit seinem 1300 starken Motor reinigt das Gerät laut Hersteller Boden so gut wie seine energiekräftigeren Brüder. Eine technische Änderung des Motors hat dies ermöglicht.

Subventionierung ökologischer Haushaltsgeräte
Siemens Hausgeräte gehören zu den innovativsten am Markt. „Siemens Innovationen zielen nicht nur darauf ab, die Geräte immer komfortabler, leistungsfähiger und benutzerfreundlicher zu machen, sondern auch immer ressourcenschonender“, so das Unternehmen. Innovationen in der Prozesssteuerung, insbesondere die zunehmende Automatisierung von Prozessabläufen, sorgen für ein Maximum an Energieeffizienz. Beispiele aus der jüngsten Zeit sind der speedMatic Geschirrspüler und der blueTherm Wärmepumpentrockner. Und die breite Palette von A+ und A++ Kältegeräten.
Die Energieeffizienz der Siemens-Geräte wird hervorgehoben durch das ecoPlus-Zeichen.
Kühl-Gefrier-Kombinationen im Vergleich zu 15 Jahre älteren Geräten verbrauchen heute 785 weniger Strom. Geschirrspüler und Waschmaschinen brauchen 35% weniger.
Die neuen speedMatic Geschirrspüler brauchen nur noch 0,97 Kilowattstunden und 10 Liter Wasser für 13 Maßgedecke. Weitere 15% Stromeinsparung werden durch ein innovatives Trocknungssystem mit Zeolith ermöglicht. Der blueTherm Wärmepumpentrockner spart 50% Energie gegenüber einem Kondensationstrockner der Effizienzklasse B und 40% gegenüber einem Trockner der Klasse A.
Wasser- und stromsparenden Geräte arbeiten einerseits natürlich ökologischer, sind auf der anderen Seite in der Regel teurer. „In den ressourceneffizienten Geräten steckt sehr viel Forschungs- und Entwicklungsaufwand. Das bedeutet, dass sie von einer hervorragenden Qualität und Leistungsfähigkeit sind. Diese Qualität hat ihren Preis. Auf der anderen Seite helfen sie dem Kunden aber auch wieder, seine Energiekosten zu senken“, lässt Siemens verlauten. Dass sich Kunden in Zukunft vermehrt ökologische Haushaltsgeräte zulegen werden, davon ist der Konzernverbund, der in über 190 Ländern weltweit vertreten ist, überzeugt. „Wie wir aus einer Umfrage bei einzelnen Händlern zur IFA wissen, stehen energieeffiziente Geräte heute beim Kunden hoch im Kurs. Er ist dafür durchaus bereit, einen gewissen Preis zu bezahlen. Aber er muss sich diesen Preis auch leisten können beziehungsweise die Mehrkosten für ein energieeffizientes Gerät müssen in einer vernünftigen Relation zur Energieeinsparung stehen. Um noch mehr Kunden die Anschaffung energieeffizienter Geräte zu ermöglichen, plädiert Siemens für eine Subventionierung dieser Geräte, wie es übrigens in anderen Ländern schon der Fall ist.“

Trocknungssystem senkt Energieverbrauch
Auch das Unternehmen Bosch präsentierte in Berlin sein Programm energiesparender Geräte. Mit der Spülmaschine EcoSpar werden pro Spülgang nur 0,95 kWh verbraucht – der Wasserverbrauch liegt angeblich nur bei 12 Litern. Gegenüber einem 15 Jahre alten vergleichbaren Gerät von Bosch ergeben sich dadurch bis zu 40 Prozent Storm- und bis zu 45 Prozente Wasserersparnis. Kühl-und Gefrierkombinationen präsentierte Bosch ebenfalls. Mit dem KGF39P98 beispielsweise werde im Vergleich zu 15 Jahre alten vergleichbaren Geräten von Bosch bis zu 65 Prozent weniger Strom verbraucht. Durch die Kühltechnik VitaFresh bleibt Frisches angeblich bis zu dreimal länger frisch. Die Eingefrierautomatik soll zudem bereits eingefrorene Lebensmittel schützen. Mit dem Gefrierschrank GSN40A35 preist Bosch einen weiteres Ökogerät an. Mit einem Verbrauch von 217 kWh/Jahr bei 333 L Nutzinhalt gehört er in die Energie-Effizienz-Klasse A++. Bis zu 64 Prozent Stromersparnis gegenüber Vorgängergenerationen sollen dabei möglich sein. 



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