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20.03.2009
Neue Consumer-Electronic-Produkte
Die neuesten Trends und Produkte der Informationstechnik-Branche präsentierte die CeBIT, die in diesem Jahr ebenfalls von der Finanzkrise betroffen war: 25 Prozent weniger Aussteller kamen nach Hannover. Die Krise als Chance nutzen, scheint deshalb das Motto zu sein. Sieger schauen nach vorne, so die aufmunternden Worte von Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger im Rahmen der Eröffnungsfeier.
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Positive Signale für die Informationstechnik-Branche gehen von der CeBIT aus. Zu diesem Fazit kommen zumindest die Veranstalter der CeBIT. „Ein Großteil der 4300 Unternehmen aus 69 Ländern hat auf der CeBIT neuen Mut gefasst“, so Ernst Raue, CeBIT-Vorstand der Detuschen Messe AG. „Viele Aussteller und Besucher verlassen Hannover mit neuer Hoffnung, vollen Auftragsbüchern und einer soliden Basis für neues Geschäft.“ Somit scheinen auch die Worte von Kaliforniens Gouverneur Arnold Schwarzenegger nicht gerade aus der Luft gegriffen. Er appelierte schon bei seiner Gastrede im Rahmen der Eröffnungfeier, sich der Siegermentalität anzunehmen und nach vorne zu schauen. Kalifornien war in diesem Jahr Gastland der CeBIT. Zu den Messeschwerpunkten gehörte wie schon im Vorjahr das Thema Green IT. So gab es zahlreiche Produktinnovationen zu sehen, die in Sachen umweltfreundlicher Produktion und energiesparender Leistung ihren Vorgängern wieder einen Schritt voraus sind. Ebenfalls zum Hauptthema erkoren wurde erstmals der Bereich Webciety, die Verbindung von „Web“ und „Society“ – gerade für Unternehmen ein Feld, das nach Einschätzung von Branchenkennern in Zukunft zahlreiche Möglichkeiten bereithalten wird. „Dieses neue Konzept ist voll aufgegangen. Wir haben neue Unternehmen für die CeBIT begeistert. Bereits die Hälfte der Webciety-Aussteller hat fürs nächste Jahr zugesagt“, so Ernst Raue.

CeBIT-Schwerpunkt: Green IT
Die Nutzung von Informationstechnik möglichst umwelt-und ressourcenschonend zu gestalten, ist das Ziel von Green IT. Zum wiederholten Male wurde diesem Thema ein Schwerpunkt auf der CeBIT eingeräumt. Die EnBW präsentierte einen Stromzähler, bei dem Kunden den Stromverbrauch immer fest im Blick haben. „Die EnBW ist der erste Energieversorger, der ein solches Produkt für all seine Kunden in dieser Serie anbietet“, berichtet EnBW-Mitarbeiter Stefan Heeg. Seit November letzten Jahres ist das Gerät im Einsatz. „Der Stromzähler ist deshalb intelligent, weil er es erstmals schafft, dem Privatkunden Transparenz in seinen Stromverbrauch zu bringen. Er sieht minütlich, was im Stromhaushalt verbraucht wird, wo die Kosten sind, wo möglicherweise Effizienzprobleme sind und wo eingegriffen werden kann. Nur wer Transparenz hat, kann auch wirklich bewusst handeln und dadurch langfristig energieeffizient mit dem knappen und wichtigen Gut Energie umgehen“, so Heeg. Im Prinzip kann in jedem Haushalt das Gerät installiert werden. Die einzige Produktvoraussetzung, die erfüllt werden muss: ein DSL-Anschluss mit einer Flatrate. „Alle 15 Minuten wird ein Wert ans uns gesendet, den wir dem Kunden in seinen Internet-Account stellen. Das ist DSL-basiert. Das bedeutet, dass wir die Infrastruktur des Kunden nutzen“, so Heeg. Eine weiter Besonderheit des Zählers: der Benutzer kann einen maximalen Stromverbrauch festlegen. Hat er dann beispielsweise vergessen, den Herd auszuschalten, wird der Wert überschritten und der Nutzer bekommt eine warnende SMS auf sein Handy.
Eine weitere Lösung im Bereich Green IT zeigte auch das Unternehmen Christmann aus Ilsede mit den PCs der TEO-X-Reihe. TEO steht für „Thin Economic Office“ und bedeutet schlankes wirtschaftliches Büro. „Wir zeigen, dass es auch möglich ist, auf kleinem Platz energie- und ressourceneffizient und trotzdem auch kostengünstig zu sein“, so Björn Kalkbrenner, bei Christmann zuständig für die Produktentwicklung. Einstiegsgeräte sind bereits unter 300 Euro zu haben. „Officeanwendungen wie Windows Vista oder Windows XP lassen sich dabei ohne Problem betreiben“, erklärt Kalbrenner. Die würfelförmigen TEO-X-Rechner gibt es in zahlreichen, bunten Farben. Mit nur rund sechs Zentimeter in der Höhe sind sie recht platzsparend. Der Stromverbrauch soll nicht mehr als 25 Watt betragen. 


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Viel Potenzial im Bereich "Webciety"
Ein weiterer Schwerpunkt in Hannover war das Thema Webciety. Das Wort verbindet das „Web“ mit „Society“. Es geht dabei einerseits um die Abwicklung von Geschäften über das Internet, aber auch über Unterhaltungen und Austausch, beispielsweise in Communities und Blogs. Ein Bereich, der für Unternehmen Möglichkeiten bietet und eher noch am Anfang steht. „Es ist eine gesellschaftliche Entwicklung und eine Entwicklung von Technologien sowie eine Durchsetzung von Prinzipien, die sich im Rahmen des Web 2.0 entwickelt haben“, erklärt Matthias Tausendpfund vom Oldenburger Unternehmen. Open Text. Nach eigenen Aussagen ist Open Text weltweit größter, unabhängiger Anbieter von Enpterprise Content Management. Schwerpunkte sind unter anderem Web Content Management und Enterprise 2.0. „ Prinzipien wie user generated content oder Beiträge, Blogs - alles das sind Dinge, die Enterprise 2.0 vorantreiben und zunehmend auch für Unternehmen relevant werden“, so Tausendpfund, der noch eine Menge Potenzial in diesem Bereich sieht. Tausendpfund: „Viele Unternehmen stehen hier noch ganz am Anfang und haben die Möglichkeiten, die sich in diesem Umfeld ergeben, noch gar nicht erkannt. Wir versuchen es möglich zu machen, dass Unternehmen in diese Technologien einsetzen und diese für sich als gewinnbringend erkennen.“
Kunden sind dabei hauptsächlich Unternehmen, die darauf achten müssen, wo sie ihre Inhalte publizieren, wer über ihre Produkte spricht und wie der Markt darauf reagiert. „Und wir versuchen, mit unseren Lösungen genau diese Diskrepanz zu schließen. Dass es nämlich möglich wird, eine Dikussion außerhalb zu führen. Dass Menschen außerhalb des Unternehmens die Möglichkeit haben, sich über die Produkte zu unterhalten, sich online zu treffen und dies im Sinne des Unternehmens nutzen können“, so Tausendpfund.
Bei Enterprise 2.0 geht es vor allem darum, die soziale Arbeitswelt und soziale Markplätze in Einklang zu bringen. „Wir führen das bei uns unter den Stichworten „social workplace“ und „social marketplace“, so Tausendpfund, der vom steigenden Interesse an Webciety überzeugt ist. „Wir rechnen damit, dass viel mehr Unternehmen erkennen, welche Möglichkeiten sich dadurch ergeben, wenn sie ihre Märkte und Zielgruppen aktiv an die Unternehmensprozesse einbinden, wenn sie den Content aus den unterschiedlichen Möglichkeiten nutzen und hier das volle Potenzial an ihre eigenen Produkte, aber auch an den Markt und was die Zielgruppen ihnen zutragen, schöpfen.“ 

Mini-Notebooks: Klein und leistungsstark 
Der Trend zu immer kleineren Geräten hält auch in der Informationstechnik-Branche an. Keinweswegs müssen dabei Einbußen in Sachen Leistungsfähigkeit hingenommen werden. Das Unternehmen Acer stellte das erste Zehn-Zoll-Netbook der sogenannten Aspire-One-Serie vor. Das Gerät ist rund ein Kilogramm schwer und verfügt über Intels neuen Atom-N280-Prozessor mit 1,66 Gigahertz. Zur Auswahl stehen Rechner mit einem oder auch zwei Gigabyte Arbeitsspeicher. Laut Hersteller kann der Rechner auch als mobiler Helfer eingesetzt werden: bis zu sechs Stunden kann das Gerät ohnen Steckdose arbeiten. Integriert ist auch WLAN. Wer möchte, kann mit Bluetooth und UMTS aufrüsten. Den kleinen, leistungsstarke Rechner gibt es in vier Farben: Weiß, Blau, Schwarz und Rot.

Von Asus: Das erste Skype-zertifizierte Videotelefon 
Video- und Sprachanrufe in alle Welt kostengünstig führen. Das ist möglich mit dem Eee Videophone, dem ersten eigenständigen Skype-zertifizierten Videotelefon von Asus. Voraussetzung ist allerdings eine Breitband-Internet-Verbindung. Ausgestattet mit Akkuns und einer WLAN-Funkverbindung ist das 202x123x253 Millimeter grße Eee Videophone überall zu Hause und im Büro einsetzbar. Intergriert sind zudem eine 0,3-Megapixel-Kamera, ein sieben Zoll großer Bildschirm mit einer Auflösung von 800x480 Pixeln sowie Mikrofon und Lautsprecher. Die großen Symbole auf der Benutzeroberfläche sollen die Bedienung möglichst angenehm machen. 

Stoßfest: Speicherfestplatte von Transcend   
Das Unternehmen Transcend stellte auf der CeBIT eine externe 1,8-Zoll-SSD-Festplatte vor. „Dabei handelt es sich um einen modernen Festplattenersatz. Dieser ist flashbasierend. Das bedeutet, dass er im Vergleich zu traditionellen Festplatten keine beweglichen Teile hat, schneller arbeitet, Strom sparend ist und unempfindlich gegen Erschütterungen. Somit sind die Daten noch sicherer aufgehoben", erklärt Transcend-Mitarbeiterin Rantje Looft. Das mobile Speichergerät ist zudem mit einer sogenannten eSATA- und einer USB-2.0-Schnittstelle ausgestattet. Der Speicher ist mit einer Größe von 80x50x12,5 Millimeter handlich und mit 50 Gramm ein Leichtgewicht. Beim Lesen erreicht er Geschwindigkeiten von 90 Megabyte pro Sekunde, beim Schreiben sind es 50 Megabyte. Angeschlossen wird der SSD-Speicher per USB an den PC. 


Text: Daniel Schmidt