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06.11.2009
Wintersport-Trends 2009/2010
Hightech meets Retro – so könnte man einen neuen Snowboard-Modetrend bezeichnen, der sich bereits auf der jüngsten „Ispo“ abzeichnete. Allerdings nur auf den ersten Blick: Erinnert das Design der aktuellen Snowboard-Kollektionen schon stark an die 50er und 60er Jahre, so sieht es in Sachen Funktion ganz anders aus.
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Dies gilt besonders für die Kleidung: Was unter Knallfarben oder Race-Karo-Prints auf Jacken und Hosen steckt, sind hochfunktionale Materialien wie etwa Soft Shell oder mehrlagige Laminate, die selbst bei Minusgraden und stürmischem Winterwetter beste Trageeigenschaften bieten.
Der kanadische Hersteller Arc’teryx beispielsweise bringt zum Winter 2009/2010 Shells für besonders Verfrohrene heraus: Die neuen Jacken „Sentry“ (Männer) und „Sceptre“ (Frauen) sind eine völlig wasserdichte und warme Lösung. Dabei wird zweilagiges „Gore-Tex Pro Shell“ kombiniert mit einer leichten Primaloft-Isolation. Die großzügigen Pit Zips helfen, überschüssigen „Dampf abzulassen“ und der verstellbare Schneefang hält die Nierengegend trocken. Die Kapuze ist im Kragen verstaubar. 
Mit den warmen „Scarab“ und „Scarabee“ Jacken und Hosen stellt Arc’ teryx die Nachfolger der erfolgreichen „Scorpions“ vor. Hochflorige und leichtere Goretex Soft Shell Materialien werden so in einem Teil kombiniert, dass die Jacken an den richtigen Stellen wärmen beziehungsweise hohe Bewegungsfreiheit und Geschmeidigkeit bieten. Die kuschelige Innenseite sorgt für die Extraportion Wärme, die man speziell beim „Lifteln“ braucht. Danke der cleanen, sportiven Optik machen sich diese Jacken aber auch beim täglichen Gebrauch bestens.
Die „Stinger Bibs“ für Männer und „Scimitar“ für Frauen sind Latzhosen aus dreilagigem Goretex Pro Shell Material. Die Schnittführung dieser Latzhosen folgt mit ihren vorgeformten Knien und Gesäß der Anatomie und bietet besonders hohe Bewegungsfreiheit und Passform dank der verlegten Seitennähte. Clever ist die Anbringung der Hosenträger: Sie brauchen zur Benutzung des „Drop Seats“ nicht abgenommen zu werden. Lange Seitenreißverschlüsse sorgen für beste Entlüftung beim Aufsteigen. Die großzügige 3D-Cargotaschen auf den Oberschenkeln fassen deutlich mehr als einen Müsliriegel.

Top-Design beim Walken
Nordic Walking hat immer „Konjunktur“ – so auch im Winter: Der Spezialist für funktionale Sportbekleidung und -wäsche Odlo weiß, dass gerade Frauen nicht nur hohe Ansprüche an die Funktionalität haben, sondern auch an das Design ihrer Sportbekleidung: Das neue Jacket „Caracas“ aus der winddichten und atmungsaktiven Materialkombination Mikrofaser und Double weave hat ein weiches Netzinnenfutter, einen praktischen Zwei-Weg-Reißverschluss, Kontrastnähte, weiche Ärmel-Innenbündchen und Krageneinsatz aus Fleece sowie einen Kinnschutz. Da steht selbst an sehr kalten Tagen dem Walking-Spaß nichts mehr im Weg. 

Viel Technik und Funktionalität
Generell verbirgt sich viel Technik und Funktionalität in der aktuellen Wintersport-Bekleidung. Dies wurde schon auf der „Ispo 2009“ deutlich: Details wie wasserfeste Reißverschlüsse, ultraschallgeschweißte Naht-Konstruktionen oder verklebte Nähte, die weder Luft noch Feuchtigkeit eindringen lassen, kommen ganz groß raus. Praktische Einzelheiten wie Stretchzonen, Unterarmbelüftung, integrierte Gamaschen oder die passenden Taschen und Kabelführungen für Kleingeld, Liftkarte und Soundsystem sind in den vergangenen Jahren ohnehin Standard geworden.

Fleece – der Dauerbrenner
Jacken, Mützen, Hosen, Socken und Handschuhe aus Fleece – dar weiche, kuschlige Material ist gerade für aktive Sportler aus der Wintersaison nicht mehr wegzudenken. Dolphin International, Niederlande, produziert unter seiner Marke „Dizz“ Caps aus Fleece, die sich auf verschiedene Weise tragen lassen. Aber auch Mützen, Haarbänder, Schals, Ohrwärmer und Mundschutz sind im Programm. Beispielsweise gibt es auch Mützen, bei denen die Innenseite aus Fleece besteht, die Außenseite aus Acryl oder Cotton.

Noch wärmer
Wer trotz kuscheligem Fleece noch friert, für den setzt der österreichische Hersteller Alpenheat noch eines drauf: Die „Fire-Fleece“ ist eine beheizbare Fleece-Weste, mit der garantiert in Sachen Wintersport nichts mehr schief gehen kann – zumindest in Sachen Wohlfühltemperatur.
Einstellbar sind fünf Heizstufen, die auf einem speziellen Heizzellensystem aus Bio-Thermal-Fasern basieren, die in den Rückenbereich des Kleidungsstücks eingearbeitet sind. Ein Knopfdruck am Heizstufenregler, der sich in der Innentasche der Weste befindet, steuert die Wärmeabgabe und wärmt je nach Stufe für zwei bis acht Stunden. Die beheizte Weste besteht aus dünnem und behaglichem Fleece und ist ideal als warmer Unterzieher – selbst bei eisigen Temperaturen.
Ganz neue Fleece-Jacken in der Whiteline sind die „Strato Jackets“ von Arc’ teryx aus robustem, warmem „Polartec Thermal Pro Cobble“ in der warmen 300er Qualität. Das Material ist zum Großteil aus recyceltem Polyester und hat eine körnige, modische Oberfläche. Die Laminationen sind aus „Schoeller Dynamic“-Material. Neben den Einschubtaschen haben die „Strato Jackets“ auch eine kleine Brusttasche für den MP3-Player oder das Handy.
Das neue vielseitige „Polartec“ Fleece „Handrail Hoody“ von Berghaus ist ideal als mittlere Schicht im Winter, kann aber auch sehr gut als eigene Jacke getragen werden. Es besitzt eine Reißverschluss-Brusttasche mit integriertem Ausgang für Kopfhörer, zwei Taschen zum Hände wärmen, eine feste Kapuze mit verstellbaren Kordelzug sowie einen justierbaren Kordelzug am Saum.
Goretex hat sich längst im Outdoor- und Wintersport als funktionales Material durchgesetzt. Die „Terrex GX Jacket Men“ von adidas zeichnet sich aus durch ihre Wasserdichtigkeit und Atmungsaktivität. „Gore-Tex Paclite Shell“ unter den Armen garantiert minimales Gewicht. Ein besonders warmes hochfluoriges Fleece als dritte Lage schützt im Rumpfbereich den Körperkern vor dem Auskühlen. Ein Unterarm-Reißverschluss, zwei Brusttaschen mit wasserdichtem Reißverschluss sowie eine Reißverschlusstasche am Oberarm sind praktische Elemente. Der Armabschluss ist mit Velcro verstellbar.

Für den Einsatz am Berg
Ob Skifahren, Snow- oder Airboarden oder eine andere Sportart am Berg: Mit der „Freeriding-Linie“ von Berghaus ist man dafür bestens gerüstet. Ein Highlight ist die „Drift Jacke“ für Frauen: Sie ist isoliert, wasserfest, windbeständig und atmungsaktiv. Dabei wurde das Berghaus-eigene Material AQ2 verwendet, das für den Einsatz am Berg konzipiert wurde. Dabei wurde besonders auf gute Wasserfestigkeit, Atmungsaktivität und leichtes Gewicht geachtet. Moderne Features wie eine interne MP3-Tasche sind inklusive – ebenso eine Tasche für den Skipass am Ärmel, Reflector, abnehmbarer Schneefang sowie eine interne Tasche für die Skibrille.

Spaß im Schnee
Aufblasbare Body-Boards für den Schnee, gefertigt aus hochwertigen kunststoffbeschichteten Textilien, bietet die Firma Airboard. „Airboards“ sind für den Einsatz auf- und abseits der Piste konzipiert und erlauben selbst bei hoher Geschwindigkeit kontrolliertes Fahren und Bremsen.
Klein zusammengelegt und nur gerade drei Kilogramm schwer, trägt man es ganz leicht im Rucksack mit. Mit der kleinen Handpumpe schnell aufgeblasen, hat man auf dem Gipfel vorerst einen bequemen, trockenen Sitz und bei der Talfahrt großen Spaß beim Tiefflug über den Schnee.
Die neueste, ausgereifte Airboard-Technologie findet sich im „Airboard Classic 130-X“ und im „Freeride 180-X“: Extrem widerstandsfähiges Nylongewebe, Pilz- und korrosionsbeständige Beschichtung zeichnen das Sportgerät aus. Es verfügt über ein technisches, kälteresistentes Flachventil. Die Kufenprofile ermöglichen optimale Kontrolle beim Fahren, Lenken und Bremsen.
Der „Airboard Overall“ ist ein technisch ausgeklügelter, extra auf die Bedürfnisse des Airboarders zugeschnittener Overall. Laminiertes, robustes Nylon-Gewebe, atmungsaktiv. Mit zusätzlichen Gewebeverstärkungen bei Knien und Ellbogen.

Nützlicher Begleiter
Wer auf der Suche nach dem besten Schnee auf Wanderschaft geht, braucht eine nützlichen Begleiter. Die neue “Ator”-Linie von Berghaus steht ganz im Zeichen des Freeridings. Sie orientiert sich nicht an einem durchschnittlichen Tag auf der Piste, sondern an den engagierten Typen, für die kein Weg zu weit ist, den besten Schnee jenseits der Pisten zu checken. „Ator“ bietet technisches Material, innovative Schnee-Features und stylisches Design, das in jedem Winkel der Welt performt und dabei gut aussieht.
Ob auf Ski oder mit dem Snowboard – mit der neuen “Ator”-Linie ist man auch abseits der Piste bestens gerüstet. Highlight der Linie ist die neue Rucksack-Serie „Agent“. Herz der Kollektion ist der „Agent 0022“, ein robuster und vielseitiger Ski- und Snowboard-Rucksack, der Dank der mit einem intelligenten und innovativem Rückenschutz ausgestattet ist. Der eigentliche Rucksack ist vom Rückensystem abtrennbar, das aber über Befestigungsgurte für Skier und Snowboards verfügt – so kann der Träger frei entscheiden, ob er nur mit dem Rückenprotector oder zusätzlich mit Rucksack fahren möchte.

Ökologisches Bewusstsein setzt sich durch
Auch im Skisport ist das wachsende Umweltbewusstsein zu erkennen. So suchen immer mehr Hersteller nach nachwachsenden Rohstoffen und greifen auf Materialien und Produktionswege zurück, die die Umwelt nicht mehr allzu sehr belasten. Dieser Trend wurde auf der jüngsten „Ispo“ deutlich. So kommen in einigen neuen Ski neben Naturmaterialien wie Bambus, Basalt, Hölzer aus kontrollierter Waldwirtschaft bis hin zu Baumwolle, Leinen und Kork auch vermehrt recycelte Materialien, etwa für Beläge zum Einsatz.
Passend zum Natur-Trend wird auch an aggressiven Farben gespart, die einst den Skisport dominierten. So präsentiert Rossignol etwa den „Attraxion Echo Lady-Ski“ mit natürlichen Materialien, der 50 Prozent weniger Farbe hat als traditionelle Ski. Verwendet werden Recyclingmaterialien im Belag bis hin zu kontrollierten Produktionsanlagen in einem ISO9001-zertifizierten Werk.
Der Hersteller Atomic bietet einen Skischuh, der aus Biokunststoff, Baumwolle und Bambusfaser hergestellt ist. Und vor allem kleine Skischmieden achten nicht nur auf wasserlösliche Farben sondern auf weit mehr umweltfreundliche Rohstoffe und Produktionen, auf kurze Lieferwegs und Materialien aus ihrer Gegend. Zu ihnen gehört etwa das hierzulande neue Label „Nocopy“ aus Schweden. Und auch der Kunststoffhersteller für hochwertige Rennbeläge und Oberflächenfolien CPS forscht im Rahmen des „Green-Line-Projekts“ nach nachwachsenden Rohstoffen. Sie sollen das immer teurere Erdöl für die Produktion ersetzen und nicht die Nahrungsmittel-Kette tangieren. Erstmals zeigt jetzt das Unternehmen eine Oberfläche aus Rizinusöl, ein neuer Belag ist aus Bio-Gas. Auf umweltverträgliche Wachse aus nicht-toxischen Inhaltsstoffen hat sich zudem das NST Eco Performance-Unternehmen spezialisiert.

Vielseitigkeit gefragt
Geht es um die neuen Ski, ist Vielseitigkeit in allen Bereichen angesagt. Auch das ist ein Trend, der auf der „Ispo“ deutlich wurde. Schließlich will von allen Skispielarten auf wechselndem Terrain (Piste, Parks, Gelände, Ziehwege) und bei oft gezwungenermaßen wechselhaften Schnee- und Wettersituationen alles (sicher) mitgemacht werden. Zum einen wird es immer mehr Customizing-Produkte geben, als Aufhänger für neue Technologien: Dazu gehören Anpassungsmöglichkeiten für variable Sidecuts, Flexeinstellungen und Torsionsanpassungen (unter anderem mit two-in-one-Ski, variable Radien pro Ski). Zudem setzt die Industrie weiter auf Allmountain, etwa mit wachsenden Mittelbreiten um die 80 Millimeter Gesetzt wird dabei verstärkt auf High-Performance Medium Turn Ski, also noch exklusivere Modelle für Premium-Kunden. Wohl wissend, dass diese markenbewusste Zielgruppe immer mehr bereit ist, für Qualität zu bezahlen und dafür in ausgesuchten Läden eine Top-Beratung mit bestem Service in Anspruch zu nehmen. So kommen noch mehr als bisher ambitionierte Ski-Kollektionen mit bewährten Technologien, neuen Hightech-Materialien und Konstruktionen in die Regale: leichter gebaut, mit hochwertigen Legierungen und dem Schwerpunkt auf beste Fahrqualität und langlebige Produkte. 

Text: Regina Mittenhuber