Produkte
zentrada.magazin
Märkte & Macher
Trends & Themen
18.09.2007
IFA-Trends: Neuheiten im Bereich Consumer Electronics
Die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, eine der weltweit größten Messen für Unterhaltungselektronik, präsentierte die neuesten Lösungen aus den Informations- und Kommunikationstechnologien. Groß war das Interesse beim Messepublikum vor allem im Bereich der Flachbildschirme, die mit gestochen scharfen Bildern und tollem Klang aufwarten können.
Bild titel_gross.jpg
Die Unterhaltungselektronik-Branche befindet sich im Aufwind. Dies belegen unter anderem die neuesten Zahlen der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu). Im Vergleich zum Vorjahr werden in Deutschland 2007 die Ausgaben für Unterhaltungselektronik pro Haushalt mit 231, 25 Euro um 13 Prozent steigen. Im Gesamtmarkt der Consumer Electronics wird ein Umsatzplus von 1,3 Prozent, was 22,7 Milliarden Euro entspräche, erwartet. „Die IFA ist inzwischen die größte Leitmesse der CE-Industrie. Unsere Branche profitiert vom derzeit guten Konsumklima. Dies spiegelt sich auch im Odergeschäft zur IFA 2007 wider. Es gibt ein deutliches Signal nach oben“, so Hans Joachim Kamp, Vorsitzender des Fachverbandes Consumer Electronics im Zentralverband Elektrotechnik- und Elektronikindustrie (ZVEI) sowie Mitglied des gfu-Aufsichtsrates.

HD-Fernsehen boomt
HDTV ist die Abkürzung für High Definition Television und heißt zu Deutsch hochauflösendes Fernsehen. HDTV-Geräte werden, da ist sich die Branche sicher, in Zukunft den Ton angeben. Flacher, schärfer und größer könnte dabei die Devise lauten. Nach einer Prognose des Herstellers Sharp sollen bis Ende des Jahres mehr als 240.000 HD-Fernseher in Deutschland verkauft werden. Sogenannte Full HD-Modelle stellen Fernseh- und Videobilder mit 1920 mal 1080 Bildpunkten dar, also mit der derzeit höchsten Pixelzahl von HDTV-Übertragungen. Diese hervorragende Bildqualität entspricht der fünffachen Auflösung herkömmlicher Fernsehbilder. Auch aus geringem Betrachtungsabstand erkennt der Zuschauer keinerlei sichtbare Pixelstrukturen. Die Bilder wirken so klar und detailliert, wie man sie bislang nur von der Kinoleinwand kennt. Video-Projektionen profitieren von der vollen HD-Auflösung ebenfalls. Selbst die größten Bildformate erscheinen dabei ohne sichtbares Raster auf der Projektionsfläche.
Dass den Konsumenten in Sachen Fernseher nicht nur allein eine möglichst gute Bildschirmqualität wichtig ist, erzählt Ilona Lahl, Mitarbeiterin bei Loewe. „Der Trend bei den Flachbildschirmen geht insgesamt hin zu größeren Bildschirmen. Vor allem Geräte mit einer Größe von 26, 32, 37 oder auch 42 Zoll sind begehrt.“ Wer zuhause sein eigenes Kino einrichten möchte, der kann auf Geräte zurückgreifen, die mit einem 108 Zoll-Bildschirm ausgestattet sind. Dies entspricht einem Bildschirmdurchmesser von zweieinhalb Metern. Das hat allerdings auch seinen Preis – ein Mittelklassewagen wäre da wohl schon günstiger. Neben dem Design des TV-Geräts ist aber vor allem eines wichtig. „Die Bedienbarkeit sollte möglichst einfach sein“, so Ilona Lahl.
Qualitativ recht gute Flachbildschirme im Einstiegssegment sind laut Panasonic-Aussagen ab rund 600 Euro zu haben.

Wachsende Nachfrage bei Navigationsgeräten
In den vergangenen Jahren stieg der Absatz von Navigationsgeräten unaufhörlich an. Daran wird sich nach Prognosen der Marktforscher auch in Zukunft nichts ändern. Für 2007 werden mit über drei Millionen verkauften Geräten gerechnet. Trotz sinkender Preise kann der Kunde mit immer ausgefeilteren Geräten rechnen: komplizierteste Kreuzungen werden realistisch dargestellt und helfen dem Fahrer somit, sich besser orientieren zu können. Darüber hinaus tragen 3D-Darstellungen zur sicheren Orientierung bei. Geräte mit sogenannten Fahrspur-Assistenten zeigen dem Fahrer an, wie sich das Fahrzeug am besten einordnet, um im gleichmäßigen Verkehrsfluss zu bleiben. Geschwindigkeitsbeschränkungen erinnern den Fahrer daran, rechtzeitig den Fuß vom Gas zu nehmen. Der Verkehrsdatenfunk TMC (Traffic message Channel) hilft, Staus frühzeitig zu umfahren und zeigt zudem Alternativrouten an. Insgesamt stieg vor allem im Bereich der tragbaren „Navis“ die Nachfrage. Mit einem Handgriff ist das Gerät aus der Halterung entfernt und kann auch bei Wanderungen oder beim Sightseeing in der Stadt nützliche Dienste leisten.

Interaktives Fernsehen
Ein weiterer Schwerpunkt der IFA war das Thema IPTV. Die Abkürzung steht für Internet Protocol Television und bedeutet zu Deutsch Internet-Protokoll-Fernsehen oder auch interaktives Fernsehen über Internet-Strukturen. Mit Hilfe der IPTV-Technologie wird der Nutzer beispielsweise - während er gerade fern sieht - über den Bildschirm von einem Telefonanruf informiert. Er hat dann die Möglichkeit zu entscheiden, ober er das laufende Programm unterbrechen möchte, um den Anruf entgegen zu nehmen oder abzulehnen. Der gesamte Vorgang wird über den Bildschirm und eine spezielle Fernbedienung abgewickelt. Eine weitere Möglichkeit des IPTV bietet sich im Bereich Shopping. Auf den Kunden maßgeschneiderte Angebote werden angezeigt. Über die Fernbedienung können anschließend weitere Informationen zum Produkt eingeholt und bei Gefallen auch die Bestellung aufgegeben werden. Das funktioniert über ein Shoppingsystem auf der Basis eines Warenkorbs. Der Warenkorb lässt sich mit Produkten aus einem Einkaufsportal füllen. Man kann aber auch Artikel bestellen, die im laufenden Fernsehprogramm zu sehen sind. Anders als beim traditionellen Teleshopping muss man dazu nicht zum Telefon greifen – mit der Fernbedienung lässt sich alles Nötige erledigen.

Plagiat entdeckt
Damit hatte TrekStor, führender Hersteller von hochwertigen MP3-Playern, externen Festplatten und USB-Sticks, wohl auch nicht gerechnet. Ein Hersteller aus Hong Kong hatte nämlich derart Gefallen am MP3-Player TrekStor vibez gefunden, dass er diesen gleich in fast identischer Farbe, Form und Design kopierte. In Sachen Namensgebung lies sich die Firma aus Hong Kong, die den Namen „Star Glory Ltd.“ trägt, auch nicht viel Neues einfallen und machte aus vibez kurzerhand „Tribez“. Nachdem „Star Glory Ltd.“ mit dem Plagiatvorwurf konfrontiert wurde, zeigte man sich dort zuerst überrascht, räumte aber schließlich alle Produkte von der Ausstellerfläche. Daniel Szmigiel, Geschäftsführer von TrekStor, erklärt hierzu: „Wir wissen, dass heutzutage viel kopiert wird und einige Firmen von diesem illegalen Handel leben. Dass aber auf einer offiziellen und internationalen Messe wie der IFA nun auch nachgemachte Fälschungen ungehemmt ausgestellt werden, finde ich schon dreist.“ Die Firma aus Hong Kong muss voraussichtlich mit einer Schadensersatzklage rechnen.


Text:  Daniel Schmidt


Zentralmarkt

Kostenlos zum Kennenlernen oder zum Vorzugspreis in Kombination mit zentrada !

Zentralmarkt - das Trendmagazin im Handel

Trends, Meinungen und Fakten aus der Welt des Handels.
Sortimentsübergreifend und verbandsunabhängig.
Die kompletten Trendberichte und vieles mehr .....
.....erhalten Sie 14-tägig als hochwertiges Magazin direkt ins Haus.

Gleich Bestellen unter: www.zentralmarkt.de