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01.07.2008
LM-Import: Frische Ideen im Lederwarenmarkt
Lothar Müller, Gründer und Inhaber der Firma LM-Import ist eine sprudelnde Quelle für Produkt- und Werbeideen. Und nachdem der Umzug nach Reinfeld abgeschlossen ist, geht es jetzt mit Volldampf im Markt weiter.
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1970 - vor knapp 40 Jahren - gründete Lothar Müller sein Unternehmen. „Ich wusste immer, dass ich selbstständig arbeiten wollte“, berichtet der Unternehmer von den Anfängen. „Schon bevor ich 21 Jahre alt war, hatte ich gemeinsam mit Freunden unter deren Namen Geschäfte Produkte ein- und verkauft. Damals durfte man nämlich erst mit 21 ein Unternehmen gründen“, grinst Lothar Müller.
In den ersten zwanzig Jahren importierte er Werbeartikel aus Kunststoff vom Feuerzeug bis zum Kugenschreiber und verkaufte diese überregional. Entweder über den Werbeartikelfachhandel oder direkt an die werbetreibende Industrie. „Bis zur Wende lief das Geschäft sehr gut – doch dann kam der Boom aus der Öffnung der Ostmärkte. Wir entwickelten damals etliche Kunststoffbörsen für wenig Geld – und das lief so gut, dass wir uns auf dieses Geschäft total fokussiert haben“, erklärt Müller. Heute hat LM-Import eine breite Palette von Leder- und Kunststoffbörsen, viele weitere Klein-Lederartikel (Taschen, Gürtel etc.) und auch Kunststoff-Rucksäcke im Programm. Vertrieben wurden die Produkte zuerst hauptsächlich über Propagandisten in Kaufhäusern und auf Märkten. Doch parallel zum allgemeinen Rückgang dieser Vertriebsform kamen neue Kunden hinzu: Vom Geschenkartikelladen und Onlinehändler über Kioske bis zu Postenläden. Im Ausland sind es auch verschiedene Großhändler, die die Produkte weiter vertreiben. „Einzig im klassischen Lederfachhandel finden unsere Produkte nur wenige Freunde. Denn die dort vertretenen Händler suchen teure Markenprodukte, bei denen sie mit einem Produktverkauf einen hohen Betrag verdienen können. Unsere Produkte sind aber eher als Mitnahme-Artikel und Ergänzungssortiment konzipiert.“ Viele der Geldbörsen werden gleich im Verkaufsdisplay an den Händler geliefert. „Das erleichtert dem Händler den Verkauf.“

Breite Kundenbasis
Über 4000 Adressen hat Lothar Müller in seiner Kundendatei, wobei allerdings nicht-aktive Kunden regelmäßig gelöscht werden. „Da wir bis zu fünf aufwändige Kataloge im Jahr an unsere Kunden schicken, achten wir sehr darauf, dass die Adressen aktuell und auch wirklich an unseren Produkten interessiert sind.“
Trotz der günstigen Preise gibt es verschiedene Qualitätslevels. „Die verschiedenen Marken unterscheiden sich vor allem in der Lederqualität“, erklärt Müller. Von „Rinaldo“ mit besonders preiswertem Leder über „Premium“ bis zu „First Class“ aus feinstem Material. Die Produktmarken „LM Outdoor“ und „Economy“ runden das Angebot mit Rucksäcken und weiteren Synthetik-Produkten ab. Insgesamt hat LM-Import über 500 Produkte im Angebot.

Qualitätssicherung im Import
Gefertigt werden die Produkte in Indien und China, häufig auf direkte Designanweisung von LM. „Leider sind die deutschen Kunden aber ziemlich konservativ. Ich würde gerne etwas peppigere Produkte kreieren. Wir sind hier up-to-date über die neuesten Designtrends aus Italien. Aber hier gilt: Je traditioneller, desto besser geht es.“
Die Lederprodukte kommen vorwiegend aus Indien, die Kunststoffartikel eher aus China, da die Verarbeitungsqualität für Lederprodukte in China zu schlecht war. Dafür steigen dort jetzt auch noch die Preise exponenziell. In Indien bleiben die Preise dagegen relativ stabil. „Aber bei unseren Kunststoffprodukten müssen wir überall die Verkaufspreise anheben, im Schnitt um 20 Prozent, teilweise aber sogar 50 Prozent!“
„Wichtig ist immer die Kontrolle der Lieferanten vor Ort. In Indien haben wir einen langjährigen Mitarbeiter sitzen, der in die Fabriken geht und genau kontrolliert ob die vereinbarte Qualität auch eingehalten wird. Diese Qualitätssicherung ist im Import das A und O.“ Demnächst wird sogar ein eigenes Büro in Indien eröffnet, damit bereits vor Ort eine Eingangskontrolle durchgeführt werden kann. Denn manche Asiaten sind so findig, dass sie, bereits von der Qualitätssicherung aussortierte Produkte, wieder in die Charge einschmuggeln. „Aber man kann bei einer Lieferung von 100.000 Börsen nicht jede einzelne kontrollieren. Momentan vereinbaren wir mit den Lieferanten deshalb, dass sie aussortierte Produkte extra verpacken und mitschicken. Dann laufen wir wenigstens nicht Gefahr, dass sie uns sonst irgendwie unterschiebt. Wir verkaufen die Fehllieferungen sogar weiter – natürlich klar deklariert als B-Ware.“

Wachstum ist angesagt
In der Firma sind die Ehefrau von Lothar Müller, seine beiden Söhne und weitere Mitarbeiter im Unternehmen tätig. „Das Unternehmen ist voll auf Wachstum ausgerichtet. Wir können uns hier noch verzehnfachen! Wir haben also noch einiges vor.“ Erst Anfang des Jahres wurden die neuen Geschäftsräume in Reinfeld – zwischen Hamburg und Lübeck – bezogen. Jetzt stehen über 400 Quadratmeter Bürofläche und ein ausgedehntes Hochregallager zur Verfügung. Die gesamte Firma inklusive der Familie zog dafür von Berlin-Brandenburg nach Norden. Neben dem Firmengebäude wurde noch ein Privathaus gebaut. „Die Neubauten und der Umzug haben uns die letzten zwei Jahre viel Kraft gekostet, deshalb sind einige Aktivitäten auf Sparflamme gelaufen. Aber jetzt geht es wieder voll los!“, kündigt der Vollblut-Unternehmer an. Und bei all dem Aufwand, den der Umzug gekostet hat, so bringt er doch auch zahlreiche Vorteile.
„Wir sind jetzt deutlich näher am Hamburger Hafen und das bringt uns deutlich weniger Container-Laufzeit. Im Vergleich zu Berlin teilweise eine Woche!“, erklärt Müller den Umzug. Jetzt kommt heute ein Schiff an und am nächsten Tag ist der Container bereits im Lager. Das spart nicht nur Zeit sondern auch Geld angesichts der permanent steigenden Logistikkosten für Maut und Benzin.
Das komplette Gebäude erstrahlt in der Farbe Orange. Die Farbe wird bereits seit Jahren als Firmenfarbe eingesetzt, doch erst seit dem Umzug wird die Farbe so konsequent eingesetzt: Vom Katalog über die Werbeanzeigen bis zum Messestand – alles ist der Kombination aus Orange und Schwarz. „Die Farbe steht für mich für Vitamin C. Ich will aufpushen und modern sein – und das drückt die Farbe perfekt aus!“
Der versierte Werbefachmann kümmert sich gerne selbst um alles. „Wir machen hier selbst die Fotos und die komplette Gestaltung der Werbedrucksachen.“ Auch viele Produktideen kommen direkt von Lothar Müller. „Wir haben hier noch jede Menge Ideen in der Schublade“, grinst der Händler. Von einer Börse für die neuen Reisepässe mit Chip, die diesen vor maschinellem Auslesen schützt bis zu einer Brieftasche aus der man den Kfz-Schein beim Autowechsel einfach mitwechselt. „Nachdem wir nun den Umzug hinter uns haben, können wir endlich durchstarten!“
Als nächstes steht die Investition in einen neuen Onlineshop auf dem Programm und weitere Messepräsenzen neben der IAW in Köln auf der Lederwarenmesse in Offenbach und der Werbeartikelmesse PSI. „Wir wollen stärker in den Werbeartikelmarkt mit unseren Produkten. Schließlich gibt es hier viele Ansätze und ich habe einige Erfahrung in dem Markt.“
http://www.lmi.de 

Unter zentrada.tv finden Sie ein Webcast mit Lothar Müller über die Qualitätssicherung im Import.






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